
Heute mache ich in herrlichem Frühlingswetter einen Spaziergang und laufe an einer Straße vorbei, die nach der Kommunistin Rosa Luxemburg benannt wurde. Im gesamten Neubauviertel tragen viele Straßenschilder Frauennamen. Das soll gut sein und der Emanzipation dienen. Emanzipation bedeutet bekanntlich „ex manu capere“, sich aus der Hand (des Mannes) befreien. Jedes „weibliche“ Straßenschild befreit mithin eine vergewaltigte, unterdrückte Frau aus den Fängen des bösen, weißen Mannes. Dank sei dem Engagement unserer verbeamteten Feministinnen oder linken Parteigängerinnen! Sie haben durch ihre Straßenbenamung sicherlich viele weibliche Leben und nicht zuletzt ihren Posten gerettet!
Straßennamen haben Priorität!
Auch Die Zeit nahm sich letztes Jahr der Würdigung unsichtbarer Frauen an. Nicht was Sie vielleicht denken – die ungezählten, namenlosen, unsichtbaren, wie Hunde verscharrten vergewaltigten und erstochenen Mädchen und Frauen seit der Grenzöffnung 2015. Nein, das macht keinen Spaß und verdirbt die Freude am Sektfrühstück an diesem Frauentag. Welchen finanziellen Nutzen hat denn die Würdigung des Leids der Hinterbliebenen oder gar eine Beendigung der Femizide durch kriminelle Migranten? Eben. Schon gar nicht geht es um echte Solidarität mit unterdrückten Frauen im Iran oder in Deutschland, die gezwungen werden, ihr Haar zu bedecken oder als junge Mädchen verheiratet werden. All diese „Fissimatenten“ sind viel zu riskant und bedrohen Status und Pensionsansprüche.
Heute, am internationalen Frauentag und bei der „Sichtbarmachung“ von Frauen, geht es ausschließlich um das persönliche Fortkommen, die Sicherung der Deutungshoheit des Feminismus als Abart des Kommunismus – eine Gleichmacherei, bei der die aggressivsten, skrupellosesten Frauen auf dem Rücken benachteiligter Frauen nach oben klettern. Dazu gehört die Ausschaltung der weißen Männer als kompetente Konkurrenz und ihres Gedenkens. Folgerichtig schreibt die Zeit: „Öffentliche Erinnerung. Die Unsichtbaren: Nach Frauen benannte Straßen fehlen“. Es folgt eine Wehklage, die eine männliche Unterdrückung aufzeigt, die sodann – ganz gleich in welchem Bereich – beseitigt werden muss: „In Braunschweig zum Beispiel sind 474 Straßen nach Männern und nur 58 Straßen nach Frauen benannt. Ebenfalls lediglich elf Prozent weibliche Straßennamen gibt es in Osnabrück: Hier sind in 384 Fällen Männer die Namensgeber und nur 49 Mal Frauen. Hannover hat 1204 Straßen mit Männer- und 215 mit Frauennamen, das ist ein Frauenanteil von 15 Prozent.“
Schlimm, diese Zustände bei den Straßennamen! Auch Schulen und Hochschulen mit Frauennamen fehlen, wie auch weibliche Denkmäler. Die Hamburger Historikerin Rita Bake – eine der Millionen weiblicher Expertinnen, die derzeit rund um die Uhr in den Medien unser Denken betreuen – nagelt diesen Zustand als „Fortführung der Diskriminierung von Frauen“ fest.
Tod dem Kapitalismus!
Das erinnert mich an meine kommunistische Bekannte Luna, die schon vor 25 Jahren das beeindruckende Rückgrat besaß, bei einer Frauendisco die Kassiererin geschlagene 45 Minuten über die Bösartigkeit des Kapitalismus so lange zu zermürben, bis sie den ermäßigten Eintrittspreis erhielt, obwohl sie ihren Studentenausweis vergessen hatte. Ein wahrer Sieg über den Kapitalismus! Die Frauendisco machte dann allerdings zu, weil sie die ohnehin günstige Saalmiete aus Geldmangel nicht mehr zahlen konnte. Denn zahlreiche weitere Kommunistinnen, die regelmäßig in überteuerten Frauenseminarhäusern ihre Vagina aus Knet nachbildeten oder bei Fotografiekursen versuchten, ihre noch nie vorhandene Schönheit abzubilden, hatten den Kauf der billigen Getränke boykottiert, da sie diese noch immer als zu teuer empfunden hatten. Und so tanzen die Kommunistinnen seither eben ihren Veitstanz zwischen ihren eigenen vier Wänden – eventuell mit Begleitung ihres felligen Ersatzpartner auf vier Beinen.
Gendern als Vergeltung an alten, weißen Männern
Dieselbe Bekannte Luna trat dann in die CDU ein, weil sogar sie von der Massenmigration 2015 entsetzt war. Doch einer der alten CDUler sprach sich gegen das Gendern aus, was sie als persönlichen Angriff an ihre Teilhabe, Sichtbarkeit und sonstige narzisstische Hirngespinste wertete. Deshalb trat sie aus der CDU aus und in die SPD ein. Inmitten der Angriffe auf der Kölner Domplatte, der Vergewaltigung und Ermordung von Maria Ladenburger und der grassierenden Migrantengewalt, setzten Luna und ihre hennarot gefärbten SPD-Mitstreiterinnen alles daran, das Gendern in jedem einzelnen Dokument der Verwaltung als Rache für die Ablehnung der CDU-Männer zu verankern. Frau muss schließlich Prioritäten setzen!
Ausleben narizisstischer Störungen
Nun kommt mir spontan meine langjährige Pastorenfreundin Pia Fria in den Sinn, die sich noch mit 45 Jahren als wilder Pumuckel mit struppigen, roten Haaren und einer „lebensbejahenden“ Frangipani-Haarklammer mitten auf dem Kopf inszenierte, um ihre Verachtung für die glattgebügelten Damen der Perlenkettenfraktion zu zeigen. Wenn es nach ihr ging, so machte 3 x 3 schon immer 6 und 2 x 3 war 4. Sie zeigte als „kraftvolle, wilde Frau“ ihre Emanzipation, indem sie Krippenspiele in Hauswirtschaftsräumen und die Geburt Jesu mit einem Mädchen auf dem Bügelbrett darbot. Bei einem Interview zu dieser beeindruckenden, künstlerischen Innovation setzte sie sich auf einer Wiese als Hippiemädchen mit einem Blumenkranz in der mittlerweile blond-grauen Mähne in Szene, die wie ein Heiligenschein von der Sonne hinterleuchtet wurde.
Das war 2020, kurz vor Corona. Wie die Mehrheit der daueraktiven Feministinnen, die stets mit erhobenem Kinn und kämpferischem Blick für die Wale, Delphine, Seehunde, Abtreibung, Schutzsuchende, Bäume und Gelbbauchunken auf zu bebauenden Wiesen Tag und Nacht mit schriller Stimme auf die Straße gegangen waren, wurde auch meine Freundin Pia Fria zu einem Wechselbalg. Das billige Revoluzzertum ohne Risiko wurde abgestreift und mit Fürsorge und Solidarität für die Allgemeinheit ersetzt. Unter diesem Deckmantel konnte Frau endlich ihre Machtgelüste, sadistischen Neigungen und ihre gouvernantenhafte Dauerbevormundung unschuldiger Menschen ausleben und all jene aussondern, die ihr und ihrer Traumwelt nicht in den Kram passten.
Corona als ultimatives Ausleben unterdrückter Machtgelüste
Meine Freundin Pia spielte bei der Unterdrückung im Namen der Solidarität mit, als hätte sie nie etwas anderes getan. Nonchalant denunzierte sie mich bei einem gutwilligen Wirt, obwohl mein Coronatest nur vor wenigen Stunden abgelaufen war, wodurch er sich gezwungen sah, uns den Eintritt zu verwehren. Meine Bekannte Luna – inzwischen verbeamtete Lehrerin – bezeichnete ihre Schüler mit tiefster Verachtung als „Virenschleudern“ und hoffte, dass sie die Maske noch möglichst lange tragen würden.
Beide Frauen erkannte ich nicht wieder. Pia war zu einem intelligenten, folgsamen Wolf im Schafspelz mutiert, der vor nichts zurückschreckte, um seine Pastorenpension zu sichern. Meine Bekannte Luna hatte ein noch dümmeres, schafsähnliches Pfannkuchengesicht entwickelt und gab mir gegenüber freimütig zu: „Ja, natürlich weiß ich, dass all meine SPD-Genossinnen die echten Nazis sind, weil sie wie ich hier in einem gentrifizierten Dorf leben, in dem es nur blonde, weiße Kinder gibt und wir uns alle schrecklich lieb haben. Aber ich habe den CDUlern die Ablehnung des Genderns nie verziehen. Dafür müssen sie büßen.“
Mädchenkörper als Trittsteine zur Macht
„Und was ist mit all den toten Mädchen? Den Vergewaltigungen? Den Messermorden? Wollt Ihr den nichts dagegen tun?“, fragte ich 2022, als ich noch Hoffnung hatte, dass diese Frauen ein Herz statt eines Steins in ihrer Brust trügen.
„Ja, das ist schrecklich. Wir alle wissen das. Aber da will ich mich nicht engagieren. Das ist mir zu riskant.“
„Ach so“, sage ich leise und sah Luna endgültig mit einem gänzlich neuen Blick.
Auch meine Pastorenfreundin Pia Fria reagierte zunehmend entnervt auf meine drängenden Fragen, warum sie nicht für die Frauenrechte angesichts der Ausbreitung des Islams und des Kopftuchs in Deutschland einstünde. Doch das Kopftuch mache ihr nichts aus. Auch die Christenverfolgung im Orient würde doch von den zuständigen Stellen geregelt. Sie wolle keine Scherereien in ihrer Pfarrei und müsse sich vielmehr darum kümmern, dass die Alten sich trotz Corona nicht zum Kaffeeklatsch treffen würden. Ich fragte: „Meinst Du nicht, dass sie dies selbst entscheiden sollten, wo sie doch schon so alt sind?“
Sie bügelte ab: „Nein, das haben sie nicht zu machen. Und was weißt Du überhaupt, was das für Folgen für mich haben kann?!“
„Ach so“, sagte ich leise und schickte Pia nach diesem letzten Treffen eine Abschieds-SMS: „Ich erkenne Dich nicht wieder. Früher sind wir auf Demos gegangen und haben für so vieles gekämpft. Du schimpfst Dich Feministin, aber bist feige. Mir bleibt nur, Dir zu wünschen, dass Du niemals eine Gruppenvergewaltigung erleiden mußt.“
Bei zahlreichen Demos erkannte ich auf der anderen Seite meine einstigen „Freundinnen“ wieder. Die meisten sitzen nun an verschiedenen Schaltstellen der Macht, wo sie systematisch gegen jede Kritik an der Massenmigration vorgehen. Gespräche zwischen uns sind schon lange verstummt. Mein Entsetzen angesichts ihrer Verwandlung bleibt jedoch bestehen. Der einstige Aufbruch, der Kampf für wichtige Frauenrechte, gegen Unterdrückung, gegen Vergewaltigung, hat sich verkehrt in eine Überhöhung des Fremden, unbedingte Konformität und Absicherung um jeden Preis. Die Anerkennung der Wirklichkeit, der Bedrohungen durch extrem konservative junge Männer aus dem Orient wird aus Selbstsucht verweigert.
Heute ist internationaler Frauentag. Es ist der 8. März 2026. In Baden-Württemberg wird der Landtag gewählt. Eben trifft eine mahnende SMS der Leiterin meines katholischen Kirchenchors ein, wir mögen alle die richtige Partei wählen. Ich antworte: „Das werde ich tun!“
Ich ziehe meine Gummistiefel an und verlasse das Haus. Auf der Straße wate ich durch das Blut der toten Mädchen und Frauen. Um mich herum dümpeln ihre Körper im blutigen Strom. Ich sehe, wie meine ehemaligen Freundinnen, Feministinnen und Politikerinnen sie als Trittsteine benutzen. Sie lachen und scherzen. Sie machen Selfies, während sie von einem kindlichen Rücken zum anderen hopsen – auf dem Weg zur Macht, zu lukrativen Posten, zur Befriedigung ihrer Selbstsucht. Während sie sich abstoßen, höre ich die kleinen Rückgrate brechen.
Ich wate weiter auf dem Weg zum Wahllokal und erkenne: „Ja, unser Land hat sich geändert.“ Doch froh macht es mich nicht.
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